Aufruf-Rojava

Aktionsplan und Aufruf gegen den Krieg der Türkei in Rojava / Nordsyrien

Liebe AkademikerInnen,
Liebe WissenschaftlerInnen,

während wir uns im Hinblick auf die Invasion der Türkei in Rojava in der vergangenen Woche mit einer Pressemitteilung an die internationale Öffentlichkeit gewendet haben, ist dieser Aufruf vor allem an AkademikerInnen und WissenschaftlerInnen adressiert.

Die Ereignisse rund um Rojava treffen und betreffen uns alle. Mit großer Wertschätzung und Verbundenheit haben wir stets dieses Musterbeispiel einer von Pluralismus, Demokratie, Gendergerechtigkeit und Ökologie geprägten Gesellschaft gepriesen. Genau dies wird nun angegriffen.

 

Wir Akademikerinnen und Akademiker stehen hier in der Verantwortung. Es gilt nun, unsere Professionen sowie Kompetenzen vermehrt einzusetzen, um für Rojava einzustehen.

- Unterzeichnet bis zum 30.10.19 unsere Unterschriftenkampagne „WissenschaftlerInnen und AkademikerInnen gegen den Krieg in Nordsyrien/Rojava“ (Text siehe unten): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

- Schreibt bis zum 30.10.19 ein kurzes Statement (max. 1500 Zeichen; englisch, kurdisch oder deutsch) für/über Rojava. Diese werden wir gebündelt veröffentlichen. Ihr könnt darin euren Protest zum Ausdruck bringen, eine politische Bewertung der Entwicklungen vornehmen, Forderungen stellen, das Modell von Rojava erläutern oä.

- Unterstützt die Aktionswoche vom 11.-14. November „WissenschaftlerInnen und AkademikerInnen gegen den Krieg in Rojava“, in dem ihr an eurer Universität / Forschungseinrichtung ein Seminar zu der Thematik organisiert.

- Wenn ihr wissenschaftliche Artikel in Zusammenhang mit der Thematik verfasst habt, veröffentlicht diese bitte nochmals. Über eine Kopie oder einen Link hierzu würden wir uns freuen.

- Verfasst Leserbriefe an lokale und überregionale Zeitungen. Seid AnsprechpartnerInnen für die Medien.

- Nutzt eure Kompetenz in den Sozialen Medien für Aufklärungsarbeit und unsere Positionen.

- Besucht die Europa- und Bundestagsabgeordneten in eurem Wahlkreis.

WissenschaftlerInnen und AkademikerInnen gegen den Krieg in Nordsyrien/Rojava

Die türkische Armee ist erneut in Nord-Syrien / Rojava einmarschiert. Diese Militärinvasion verletzt internationales Völkerrecht und hat eine humanitäre Katastrophe generiert. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht, hunderte Zivilisten haben bereits ihr Leben verloren. Zudem zeichnet sich ein Wiedererstarken des IS ab. Hunderte IS-Kämpfer konnten aus den Gefängnissen fliehen. Dies stellt vor dem Hintergrund vorheriger Terroranschläge auch eine Gefahr für den Westen, insbesondere Europa, dar.

Der seit Jahrzehnten von ethnisch und konfessionell konnotierten Konfliktlinien gezeichnete Nahe Osten benötigt keine weitere Destabilisierung. Die demokratischen Akteure der Region benötigen dringend unsere Untersützung.

Wir, die WissenschaftlerInnen und AkademikerInnen, fordern daher:

- eine umgehende Beendigung der Militärinvasion

- die Einrichtung einer Flugverbotszone über Nordsyrien

- einen sofortigen Stopp aller Waffenlieferungen an die Türkei

- eine Aufkündigung des EU-Türkei Flüchtlingsabkommens

  • Netzwerk kurdischer AkademikerInnen Deutschland, Großbritannien und Schweiz
  • Prof. Dr. Caucher Birkar, Awardee of Fields Medal 2018, University of Cambridge, United Kingdom
  • Prof. Dr. Joost Jongerden, University of Wageningen, Netherlands
  • Prof. Dr. Dr. Ian Ilhan Kizilhan, Director of the Institute for Genocide and Peace Research, Germany
  • Prof. Dr. Michael Meyen, LMU Munich, Germany
  • Prof. Dr. Norman Paech, Hamburg, Germany
  • Dr. Bahman Rostami-Tabar, Cardiff University, UK
  • Prof. Dr. Kariane Westrheim, University of Bergen, Norway

 

Ankündigung

+++ 07.+08.12.2019 Gesamteuropäisches Vernetzungstreffen kurdischer Institute und Akademikerorganisationen

+++ 07.12.2019 '10 Jahre Kurd-Akad' mit Verleihung des Ehrenpreises

+++ 25.01.2020 Fachtagung in Köln

+++ 01.02.2020 Konferenz in Hamburg

+++ 08.02.2020 Konferenz in Bochum

+++ 29.02.2020 Konferenz Muttersprache und Mehrsprachigkeit in Dortmund

+++ 28.03.2020 Konferenz in Frankfurt a.M.