Pressemitteilung

Pressemitteilung zu den Nachrichten in türkischen Medien bzgl. unserer Konferenz kurdischer ÄrztInnen und korrelierender Berufsgruppen

Am 16. Januar 2021 führen wir als Netzwerk kurdischer AkademikerInnen eine Konferenz kurdischer ÄrztInnen und korrelierender Berufsgruppen durch. Themen sind neben Covid-19 die Gesundheitssysteme in Kurdistan, diasporaspezifische Herausforderungen und humanitäre Hilfen. Das Programm hierzu haben wir vor einigen Wochen veröffentlicht.

Am 05.12.20 titelten türkische Medien hierzu mit üblichen Terrorismus-Diffamierungen. Im Mittelpunkt stand neben unserem Verein als ausrichtende Institution - auch unsere Co-Vorsitzende wurde in den Artikeln namentlich erwähnt - der Referent Halis Yerlikaya, Arzt in Diyarbakir und Mitglied im Zentralkomitee der Türkischen Ärztekammer. Letztere ist schon länger im Visier der AKP-MHP Koalition unter Staatspräsident Erdoğan: zum einen aufgrund ihrer Kritik an der Pandemiestrategie der Regierung, die auch seitens der WHO kritisiert wird, und zum anderen aufgrund ihrer Haltung gegen Krieg. Nachdem die Ärztekammer 2018 vor dem Hintergrund der völkerrechtswidrigen Offensive der türkischen Armee in Afrin/Nordsyrien eine Erklärung mit dem Titel "Krieg ist ein Problem der Volksgesundheit" veröffentlicht hatte, wurden 11 Mitglieder des Zentralkomitees festgenommen und zu mindestens 1,8 Jahren Haft verurteilt. Am 20.11.20 war bereits Dr. Şeyhmus Gökalp, Mitglied im Ehrenrat der Türkischen Ärztekammer, unter Terrorvorwürfen festgenommen worden.

Es ist unlängst bekannt, dass jede kritische Stimme in der Türkei terroristisch gelabelt wird. Wir verurteilen diese Diffamierung aufs Schärfste. Als Kurd-Akad sehen wir uns - vor allem vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie - in der Pflicht, gesundheitliche und gesundheitspolitische Themen auf die Agenda zu setzen.

Als 2009 gegründetes Netzwerk kurdischer AkademikerInnen e.V. ist es unser erklärtes Ziel, AkademikerInnen zu vernetzen. Über die daraus resultierende Bündelung von unterschiedlichen Professionen und Kompetenzen entsteht nicht nur ein Forum des Austausches für die AkademikerInnen selbst, sondern es ergeben sich wichtige Synergieeffekte für die kurdische Community. Denn es gilt, den sozialen, kulturellen und politischen Belangen der KurdInnen in Kurdistan und Europa auch auf akademischer Ebene Ausdruck zu verleihen.

Neben einer Stärkung der gesellschaftspolitischen Interessensvertretung ist die Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Themenbereichen KurdInnen und Kurdistan ein wichtiger Grundsatz unserer Arbeit. Bildung als höchstes Gut einer Gesellschaft und Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben betrachtend, erachten wir es als eine Notwendigkeit, das Bildungspotential innerhalb der kurdischen Community zu fördern.

Im Sinne des Netzwerkgedankens sind Kooperationen mit anderen Organisationen und Institutionen ein wichtiger Bestandteil zur nachhaltigen Festigung unseres Wirkens. Darunter befinden sich die EU Turkey Civic Commission EUTCC, die Rosa Luxemburg Stiftung, die Heinrich Böll Stiftung, die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft, der Menschenrechtsverein Türkei-Deutschland, die Universität Duisburg-Essen, die Universität Bochum, die Hochschule Emden/Leer und die Universität München. Im Rahmen einer Konferenz im Europaparlament gab es eine Kooperation mit den Fraktionen der Sozialdemokraten, der Grünen und der Linken.

Detaillierte Informationen zu unseren Arbeiten finden Sie auf www.kurd-akad.com.

KURD-AKAD Vorstand

Ankündigung

+++ 30.10.20 Fachtagung Jineolojî/Gender Studien

+++ 16.01.21 Konferenz von Ärzten und korrelierenden Professionen in Köln

+++ 30.01.21 Fachtagung NRW in Köln

+++ 06.03.21 Konferenz Muttersprache & Mehrsprachigkeit in Dortmund