{"id":236,"date":"2019-07-28T21:40:58","date_gmt":"2019-07-28T19:40:58","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress562\/2019\/07\/28\/dokumentation-des-workshops-kurdinnen-und-oeffentlichkeit\/"},"modified":"2024-01-25T17:15:53","modified_gmt":"2024-01-25T16:15:53","slug":"dokumentation-des-workshops-kurdinnen-und-oeffentlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kurd-akad.com\/?p=236","title":{"rendered":"Dokumentation des Workshops &#8222;KurdInnen und \u00d6ffentlichkeit"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/Keremsbuch2.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"297\" \/><\/p>\n<p><a href=\"images\/Doku_Kurden-und-ffentlichkeit.pdf\" target=\"_blank\" title=\"Doku_Kurden und \u00d6ffentlichkeit\" rel=\"noopener\">(Dokumentation als PDF)<\/a><\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Inhaltsverzeichnis<\/p>\n<p>Vorwort<\/p>\n<p>1.Politische Einstellungen kurdischer B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in der BRD im Kontext der Afrin-Krise<br \/>Dastan Jasim <\/p>\n<p>2.Die Darstellung der KurdInnen in den deutschen Medien<br \/>Dr. Nikolaus Brauns<\/p>\n<p>3.Opfer \u2013 T\u00e4ter \u2013 Helden? KurdInnen in der deutschen Diaspora: Eine Themenfrequenz- und Diskursanalyse deutscher Tageszeitungen<br \/>Arne Nowacki<\/p>\n<p>4.Medien in S\u00fcdkurdistan \u2013 ein Interview mit Kamal Chomani<br \/>Kerem Schamberger<\/p>\n<p>5.Ein Kampf, zwei Narrative? Rudaws Framingstrategien w\u00e4hrend des Konflikts \u00fcber die umstrittenen Gebiete der Region Kurdistan und des Irak im Jahre 2017<br \/>Hawre Hasan Hama, Farhad Hassan Abdulla, Dastan Jasim<\/p>\n<p>6.Medien der kurdischen Freiheitsbewegung in Europa: Mittel zum Widerstand und zur Mobilisierung<br \/>Dr. Luqman Turgut<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr title=\"Vorwort\" \/>\n<p>Vorwort<\/p>\n<p>\u201eMediale Realit\u00e4ten eines marginalisierten Volkes: KurdInnen und \u00d6ffentlichkeit\u201c hei\u00dft diese Sammlung von sechs Open Access-Beitr\u00e4gen und hat den Anspruch, das in den Mittelpunkt zu stellen, was meist vernachl\u00e4ssigt wird: die KurdInnen als Subjekt in der \u00d6ffentlichkeit. Viel zu oft wird in der Politik, der Wissenschaft und der \u00d6ffentlichkeit nur \u00fcber KurdInnen als Objekt geredet. Zu selten mit ihnen. Gemeinsam. \u00dcber ihre Themen. Dies muss sich \u00e4ndern und diese Ver\u00f6ffentlichung soll einen kleinen Beitrag dazu leisten.<\/p>\n<p>Zu Beginn stand ein gleichnamiger Workshop am 20. Oktober 2018, zu dem der Lehrbereich Meyen am Institut f\u00fcr Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IfKW) ge-meinsam mit dem Netzwerk Kurdischer AkademikerInnen an die Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen geladen hatte. Knapp 20 WissenschaftlerInnen, AktivistInnen und andere Interessierte folgten der Einladung, darunter KurdInnen, T\u00fcrkInnen und Deutsche. Ein buntes Spektrum, das im akademischen Bereich sonst eher marginal und nicht besonders sichtbar ist. Einen Tag lang wurde \u00fcber verschiedene Formen der \u00d6ffentlichkeit in Zusammenhang mit KurdInnen diskutiert. Zwar brachte die Einladung an das IfKW einen kommunikationswissenschaftlichen Schwerpunkt mit sich, doch es ging dar\u00fcber hinaus. Anwesend waren EthnologInnen, Historiker, Politik-, Erziehungs- und eben KommunikationswissenschaftlerInnen aus ganz Deutschland. Dar\u00fcber hinaus nahmen AktivistInnen und sogar eine K\u00fcnstlerin teil. Eine Zusammensetzung, die bei akademischen Zusammenk\u00fcnften nicht gerade h\u00e4ufig anzutreffen ist. Doch gerade in Zeiten der zunehmenden Kriminalisierung kurdischer Aktivit\u00e4ten in Deutschland, als Beispiel sei nur die Verfolgung der Symbole der Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG\/YPJ vor allem in Bayern genannt, ist die akademische Diskussion kurdischer Themen von gro\u00dfer Wichtigkeit. Der best\u00e4ndige Bannstrahl des Terrorvorwurfes wird auch dadurch ge-schw\u00e4cht, dass universit\u00e4re Einrichtungen sich der Diskussion annehmen und das wachsende Netzwerk kurdischer AkademikerInnen unterst\u00fctzen \u2013 nicht in Form eines sicherheitspolitischen Diskurses im vermeintlichen \u201eKampf gegen den Terror\u201c, sondern aus einer solidarischen, Grenzen \u00fcberschreitenden Perspektive. Einer Perspektive, die KurdInnen nicht als anonymisierte Akteure eines Konflikts sieht, sondern deren Subjektivit\u00e4t im Rahmen der Gestaltung von Diskursen und Realit\u00e4ten anerkennt und w\u00fcrdigt. Diese Ver\u00f6ffentlichung ist zugleich ein Beitrag dazu, aufstrebenden (kurdischen) NachwuchswissenschaftlerInnen eine Plattform zu bieten und ihren Themen \u00d6ffentlichkeit zu verschaffen. Im Anschluss an den Workshop entstand so die Idee, eine Onlinepublikation mit den Beitr\u00e4gen der Workshop-TeilnehmerInnen zu erstellen. Das Ergebnis liegt nun vor euch.<\/p>\n<p>Im ersten Beitrag besch\u00e4ftigt sich die Politikwissenschaftlerin Dastan Jasim in einer quan-titativen Befragung mit den politischen Einstellungen von KurdInnen in Deutschland im Zuge des v\u00f6lkerrechtswidrigen Angriffskrieges der T\u00fcrkei auf den Kanton Afrin in Nordsyrien im Fr\u00fchjahr 2018. Sie kommt zu dem leider wenig \u00fcberraschenden Schluss, dass sich KurdInnen von der deutschen Bundesregierung aufgrund der Unterst\u00fctzung der t\u00fcrkischen Regierung vernachl\u00e4ssigt f\u00fchlen und ihr transnationaler politischer Aktivismus gegen verschiedene Kontrollvariablen getestet stabil bleibt. Anschlie\u00dfend zeichnet der Historiker und Journalist Dr. Nikolaus Brauns ein Bild der medialen Repr\u00e4sentation von KurdInnen im Verlauf der Geschichte. Er macht dabei, beginnend bei der Arbeitsmigration in die junge Bundesrepublik bis zum Wiederaufflammen des Krieges des t\u00fcrkischen Staates gegen die KurdInnen in den Jahren 2015\/2016, insgesamt f\u00fcnf Phasen der Berichterstattung aus. Von der medialen Nicht-Existenz bis hin zu KurdInnen als \u201eTerroristInnen\u201c. F\u00fcr ihn existiert ein diskriminierendes und verzerrtes Kurdenbild in der deut-schen \u00d6ffentlichkeit, das mit der fehlenden Statuslosigkeit dieser Bev\u00f6lkerungsgruppe zu tun hat. Arne Nowacki, der Kommunikationswissenschaft studierte, ver\u00f6ffentlicht im dritten Beitrag zum ersten Mal die Ergebnisse seiner Masterarbeit. Passend zum vorhergehenden Beitrag untersucht er quantitativ die Darstellungen von KurdInnen in deutschen Medien in den Jahren 1995, 2005 und 2015. Sein Ergebnis ist kongruent zur Schilderung von Brauns: Es wird wenig und wenn, dann negativ \u00fcber KurdInnen berichtet. Die Beitr\u00e4ge vier und f\u00fcnf verlassen Deutschland und werfen einen Blick auf die Region Kurdistan im Nordirak, auch bekannt als S\u00fcdkurdistan, das von vielen Seiten, auch von Deutschland, anerkannt und nicht zuletzt im Kampf gegen den IS milit\u00e4risch unterst\u00fctzt wurde. Zuerst schildert Kamal Chomani im Gespr\u00e4ch mit Kerem Scham-berger seine Eindr\u00fccke des s\u00fcdkurdischen Mediensystems und beschreibt die parteipolitische Abh\u00e4ngigkeit der Medien sowie Momente der Einsch\u00fcchterung und Verfolgung von s\u00fcdkurdi-schen JournalistInnen. Hawre Hasan Hama, Farhad Hassan Abdulla und Dastan Jasim besch\u00e4ftigen sich daran anschlie\u00dfend mit dem Fernsehsender Rudaw, der politisch und finanziell von der Demokratischen Partei Kurdistan (KDP) abh\u00e4ngig ist. Sie analysieren die tendenzi\u00f6se Berichterstattung der Ereignisse um den 16. Oktober 2017, als irakische Sicherheitskr\u00e4fte die \u00f6lreiche Stadt Kirkuk von den KurdInnen zur\u00fcckeroberten. Rudaw konzentrierte sich dabei vor allem auf eine emotionalisierende Berichterstattung \u00fcber die Fehler der rivalisierenden Patriotischen Union Kurdistan (PUK) und der von ihr kontrollierten Gebiete und vernachl\u00e4ssigte weitestgehend die Fehler der KDP. Im abschlie\u00dfenden Beitrag geht der Journalist und Kurdologe Luqman Turgut auf die Medien der kurdischen Freiheitsbewegung ein und bezeichnet sie als Instrument zur Bildung und Mobilisierung der kurdischen Bev\u00f6lkerung. Er betont den aktivistischen Charak-ter, den Journalismus unter denjenigen hat, die keinen Status haben, und hat mit diesem Anspruch auch im Workshop f\u00fcr zahlreiche Diskussionen gesorgt. Den t\u00fcrkischen Narrativen solle mit eigenen Medien ein alternativer kurdischer Diskurs entgegengestellt werden, so Turgut, der selbst seit fast 20 Jahren in diesen Medien aktiv ist und damit auch eine Innenperspektive bietet.<\/p>\n<p>Es wird deutlich, dass dieser Reader ein breites Spektrum an Themen behandelt, die nicht nur mit der Kommunikationswissenschaft zu tun haben. Wir sehen dies nicht als Schw\u00e4che, sondern, im Gegenteil, als St\u00e4rke an. Die Grenzen der verschiedenen Wissenschaften werden interdisziplin\u00e4r \u00fcberwunden und damit der Blick auf die Gesamtheit kurdischer Themen gr\u00f6\u00dfer und breiter beleuchtet, was zudem noch durch aktivistische Perspektiven erg\u00e4nzt wird. Mit Lagasnerie gesprochen (2018, S. 99): Warum sollten wir uns den Grenzen einer einzigen Disziplin unterwerfen und nicht den Kontakt mit PartnerInnen suchen, die an einem \u00e4hnlichen Projekt arbeiten, n\u00e4mlich der kritisch-solidarischen Sichtbarmachung kurdischer Thematiken und ihrer Bedeutung f\u00fcr uns alle in Deutschland und dar\u00fcber hinaus. <br \/>In diesem Sinne w\u00fcnschen wir viel Spa\u00df und Erkenntnis beim Lesen dieser Ver\u00f6ffentlichung!<\/p>\n<p>Kerem Schamberger &amp; Dastan Jasim, M\u00fcnchen und Erbil (Hewler) im August 2019<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Literatur<br \/>Lagasnerie, G. de (2018). Denken in einer schlechten Welt. Berlin: Matthes &amp; Seitz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Dokumentation als PDF)<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":235,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[169],"class_list":{"0":"post-236","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","6":"hentry","7":"category-allgemein","8":"tag-allgemein-de"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kurd-akad.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/236","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kurd-akad.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kurd-akad.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kurd-akad.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kurd-akad.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=236"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kurd-akad.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/236\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kurd-akad.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/235"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kurd-akad.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=236"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kurd-akad.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=236"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kurd-akad.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=236"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}